Die Mediation und der Ehegattenunterhalt

Dieser Artikel beschäftigt sich mit den drei Varianten, anhand welcher der Ehegattenunterhalt festgelegt werden kann:

  • mittels eigenständiger Lösung und somit ohne fremde Hilfe
  • mithilfe eines Mediationsverfahrens
  • durch eine gerichtliche Lösung

Im Allgemeinen wird bei der Berechnung des Ehegattenunterhalts das Einkommen des jeweiligen Ehepartners berücksichtigt, jedoch auch jene Umstände, welche innerhalb der Ehe zu deren Zerrüttung geführt haben. Dies betrifft daher auch alle Formen der Eheverfehlung, welche ich in meinem Artikel „Das Zerrüttungsprinzip in der Ehe“ bereits näher erläutert habe.

Im Härtefall obliegt die Entscheidung, in welcher gesetzlichen Höhe der Ehegattenunterhalt angesetzt wird, jedoch dem zuständigen Gericht.

Den Ehegattenunterhalt in Eigenregie regeln?

Sofern zwischen den Ehepartnern ein gutes Verhältnis und eine wertschätzende und rücksichtsvolle Gesprächsbasis herrscht, ist es in jedem Fall empfehlenswert, sich gemeinsam darüber Gedanken zu machen, welche, durch die Scheidung verursachten, monatlichen Mehrbelastungen, künftig auf die betroffenen Ehepartner zukommen.

Denn jeder wird fortan seine eigene Wohnung finanzieren müssen. Auch das gemeinsame Girokonto wird aufgelöst und das früher gemeinsam genutzte Auto, kann nicht mehr von beiden Parteien genutzt werden.

So gilt es all jene Dinge zu separieren, welche früher gemeinsam finanziert und benutzt wurden. Wenn dies im beiderseitigen Einvernehmen geschehen kann, bietet diese Variante für beide Parteien den absolut besten Lösungsweg.

Kann eine Mediation dabei helfen das Thema Ehegattenunterhalt zu klären?

Wenn die Fronten verhärtet sind und sich daher auf selbstständiger Basis keine Lösung finden lässt, ist die Hilfe eines Mediators mehr als empfehlenswert!

Dieser hilft eine sachliche und vernunftorientierte Gesprächsbasis herzustellen und kann mit seinen vorangegangenen Erfahrungen und seinem Wissen zu jener Lösungsfindung beitragen, welche auf die Wünsche und Umstände beider Seiten Rücksicht nimmt.

Der Vorteil ist hier, dass die emotionale Ebene, welche bei der Klärung des Ehegattenunterhalts nicht nützlich ist, durch den Mediator ausgeblendet wird und somit eine Lösung entsteht, welche allein aus rationalen Faktoren herbeigeführt wurde. Die Voraussetzungen dafür sind jedoch, dass alle Parteien einer Mediation zustimmen und die Bereitschaft besteht, an dieser auch teilzunehmen.

Wenn diese Punkte nicht gegeben sind, bleibt nur noch die kostspieligste und letzte Variante, nämlich die Festlegung des Ehegattenunterhalts durch ein Gerichtsverfahren.

Was passiert, wenn nur noch ein Gerichtsverfahren weiterhelfen kann?

Wenn in einigen Härtefällen selbst eine Mediation an ihre Grenzen stößt, die Ehe derart zerrütten ist und absolut keine Gesprächsbasis mehr vorhanden ist, bleibt in letzter Instanz nur noch der Weg zum Gericht.

Dieses trifft dann die Entscheidung, ob und in welchen Zeitintervallen (einmalig, laufend, mit oder ohne Befristung) der Ehegattenunterhalt zu bezahlen ist und in welcher Höhe dieser angesetzt wird.

Sofern durch die Ehe gemeinsame und aktuell noch minderjährige Kinder entstanden sind, wird bei der Festlegung des Ehegattenunterhalts auch die Höhe der Alimente berücksichtigt. Fest steht jedoch, dass ein Gerichtsbeschluss, wenn er erst einmal zustande gekommen ist, nicht immer im Interesse aller Betroffenen getroffen wird, wenngleich ein jedes Gericht darum bemüht ist, eine einvernehmliche und tragbare Lösung für beide Ehepartner zu finden.

Daher sollte man, sofern die Bereitschaft und eine gewisse Restgesprächsbasis noch vorhanden sind, in jedem Fall zuerst eine Mediation in Anspruch nehmen, bevor man sich an ein Gericht wendet!

Erst, wenn das meist so erfolgreiche Mediationsverfahren nicht die gewünschte Lösung herbeiführen konnte, muss in weiterer Folge an ein Gerichtsverfahren gedacht werden, wobei hier auch durch die vorangegangene Mediation, aufgrund der bereits geführten Gespräche und der ersten gemachten Vereinbarungen, für das Gericht schon eine Vorarbeit geleistet wurde, welche dabei hilft, den meist langwierigen Prozess immens zu verkürzen.

Unabhängig davon, durch welche Art und Weise der Ehegattenunterhalt letztlich jedoch zustande kommt – es sollte in jedem Fall versucht werden, eine einvernehmliche Lösung für alle Seiten zu finden!