Was ist eine Mediationsvereinbarung?

Um den erfolgreichen Abschluss einer Mediation zu gewährleisten, bedarf es einer schriftlichen Mediationsvereinbarung.

Dabei handelt es sich um ein Protokoll, welches die komplette Zusammenfassung des Mediationsverfahrens beinhaltet.

Dazu gehören

  • festgesetzte Ziele, die es zu erreichen gilt,
  • die einzelnen Verfahrensschritte und Lösungswege im Allgemeinen,

sowie

  • die mit allen teilnehmenden Streitparteien verbindlich getroffenen Vereinbarungen.

Die mithilfe der Streitpartner und im Rahmen der Mediationsvereinbarung festgelegten Abmachungen geben jedem einzelnen Mediationsteilnehmer in gleicher Weise die notwendige Sicherheit und den benötigten Leitfaden, der ein weiteres Zusammenleben erst möglich macht.

Dieses äußerst wichtige Protokoll fungiert aber nicht nur als ein wesentlicher Bestandteil einer jeden seriösen Mediation, sondern ist zudem auf lange Frist gesehen auch sehr nützlich, da die betroffenen Konfliktpartner - im Falle eines erneut auftretenden Problems - die früher verbindlich festgelegten Vereinbarungen jederzeit nachschlagen und so ihre zukünftigen Konflikte eigenständig und ohne erneute Mithilfe des Mediators lösen können.

Neben der Funktion der Mediationsvereinbarung zum Zwecke der Aufzeichnung, Transparenz, Wahrung der Rechte und Pflichten, sowie der Nachhaltigkeit, dient jede darin getroffene und schriftlich fixierte Einigung als Grundbaustein für die nächste Mediationssitzung, welche mit jeder weiteren Sitzung immer weiter, konkreter und besser erläutert werden kann.

Die dadurch entstehende laufende Aktualisierung hat zum Vorteil, dass – wie in einem Konflikt leider oft üblich – nicht immer dieselben Vorwürfe durchgearbeitet werden müssen, weil diese bereits schon aufgegriffen, abgehandelt und verschriftlicht wurden und daher jederzeit nachgesehen werden können. In diesem Kontext ist die damit einhergehende Zeitersparnis zu erwähnen.

Obwohl die Erfolgsquote einer Mediation bei über 80% liegt, gibt es leider auch immer wieder Konflikte, bei denen das Verfahren scheitert, weil jeder Mediationserfolg schlussendlich von seinen Teilnehmern und deren Einsatz abhängig ist.

Sofern dies der Fall sein sollte und eine Mediation wirklich scheitern sollte, hat die Mediationsvereinbarung aber ich hier ihre Vorteile.

Durch die bereits vorangegangenen, protokollierten Abmachungen werden, sofern zur Klärung des Konflikts in späterer Folge ein Gericht von Nöten ist, die Kosten für den Rechtsanwalt drastisch minimiert und auch teure Verhandlungsrunden und lange Wartezeiten bei Gericht eingespart, da die wesentlichen Punkte des Streits im Rahmen der Mediationsvereinbarung bereits ausverhandelt wurden.

Daher hat dieses wichtige Protokoll, unabhängig davon, wie das Mediationsverfahren letztlich ausgeht, in jedem Fall nur Vorteile und steht für die Betroffenen in erster Linie als ein Werk von Positionen, Ideen, Vorschlägen und Entscheidungen, in welchen sie sich wiederfinden können!